Ich sitze in einem Boot

Ich sitze in einem Boot, das mich trägt.
Das Boot folgt der Strömung, die niemals still steht.
Ich beobachte den Fluss, spüre Sonne, Regen und den Wind.
Das Gestern ist nicht mehr da, genauso wie das Morgen hinter einer Flussbiegung verborgen ist.
Ich kann nichts auf meiner Fahrt mitnehmen und habe doch immer alles, was ich brauche.

Ob die Menschen um mich herum sich „richtig“ oder „falsch“ verhalten oder verhalten haben, ändert nichts an mir und meinem Boot.
Ob ich das „Richtige“ oder „Falsche“ tue oder getan habe, ändert nichts an mir und meinem Boot.

Ich fließe mit dem Fluss, weil es meine Natur ist, eine andere gibt es nicht.
Ich kann die Fahrt weder beschleunigen noch anhalten.

Will ich die Führung eines anderen Bootes übernehmen oder den Menschen über seinen Kurs belehren, handle ich gegen die Natur, trenne mich also von meinem eigenen Boot, und spüre Schmerz.
Fange ich an, meine Fahrt oder die eines anderen Bootes  zu bewerten, spüre ich Schmerz.
Vergleiche ich mein Boot mit anderen, spüre ich Schmerz.
Je mehr ich diesen Gedanken Glauben schenke, desto tiefer wird mein Schmerz.
Ich kann, darf und muss alles und jeden in jedem Moment loslassen. Sträube ich mich dagegen, spüre ich Schmerz.

Die größte Entdeckung in meinem Leben ist, dass es keine Begrenzung gibt. Denn ich bin das Boot genauso wie der Fluss, das Ufer und die anderen Boote.

~ * ~

Advertisements

MMM MMM MMM

Da war der Mann, der die Wahrheit nicht sehen wollte und am Auge eine chronische Entzündung bekam.

Da war die Frau, die keine Krankenschwester mehr für ihn sein wollte. Es war die gleiche Frau, die ihre neue Bluse anzog und hektische Flecken vor Nervosität bekam, als sie vor einem Triumvirat auch die Frage beantworten musste, ob sie Musiknoten lesen könne.

Da war der Junge, der so lange auf den Schnee gewartet hatte, aber keinen Freund hatte, um darin zu spielen.

Da war der andere Junge, der mit seinen Freunden am liebsten online spielte.

Und da war der Hund, der Socken zum Fressen gern hatte und alle gleichermaßen liebte.

~ * ~

Vorsätze

Die Weihnachtstage sind vorbei.
Gottlob, mir war’n sie einerlei.

Das Jahr noch jung,
mir fehlt der Schwung.

Was kann ich alles besser machen?
Ich weiß es schon, einfach mehr lachen!

Die Fehler, die wir alle haben,
sind doch nur umgekehrte Gaben.

Der Richterstuhl ist unbequem,
ihr solltet mich mal sitzen seh’n.

„Das macht du falsch, so ist’s nicht gut.“
Manch einer nähm‘ da gern den Hut.

Mich selber quäle ich auch gerne
mit Zweifeln, zahlreich wie die Sterne.

Die Goldwaage pack ich nun weg,
Empfindlichkeit heilt nicht den Zweck.

Die nächste Stund‘ bleib ich gelassen,
drum Tassen hoch und Essen fassen!

Ich bastle mir nun ein Paar Flügel
und lass sie locker, meine Zügel.

~ * ~


Wer ohne Sünde ist…

Es begab sich auf der Osterfahrt der Ministranten der katholischen Pfarrgemeinde Hl. xxx eines bayerischen Vorzeigebistums, dass Frau T. ungeniert vor aller Augen den Reizen des feschen Busfahrers, der das Ausflugsgefährt gen Italien nach Bella Roma lenkte, völlig erlag.

Für Töchterchen Romina hatte Mutti in dieser Woche eher wenig Zeit. Auch der junge Busfahrer und -DJ überließ das Lenken immer mehr seinem Kollegen, einem Busfahrer in Ruhestand, der ursprünglich nur zur Unterstützung mitgekommen war.

Frau T. ist Mitglied des Pfarrgemeindebeirats, Pfarrersköchin und eifrige Gottesdienstbesucherin in der vordersten Bank, wo sie dann neben Gatte und ihren beiden Kindlein sitzt.

Wenn der Gatte seinen Schichtdienst versieht, parkt häufig ein Reisebus auf dem Parkplatz vor dem Pfarrsaal, von wo aus der schneidige Busfahrer nur noch die Straße überqueren muss, um seine und Frau T.’s Urlaubserinnerungen auffrischen zu können.

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein… oder wie der Franke sagen würde: „Allmächt!“

~ * ~

Zermürbteig

Ich habe da ein prima Rezept für einen Zermürbteig, mit dem man nicht nur sich selbst sondern auch andere nahestehende Personen hervorragend zermürben kann. Das Basis-Rezept ist für alle gleich, aber natürlich kann man ihn ganz nach persönlichem Geschmack variieren und belegen.

Ein klassischer Zermürbteig für Kuchen und Kekse ist der „1-2-3-Teig“, der die Anteile von Zweifeln, negativen Gedankenschleifen und emotionalem Waterloo in einem klaren Verhältnis beschreibt.

Ein Zermürbteig ist schnell zubereitet. Achten Sie darauf, dass beim Kneten die Hände warm sind, dann klebt er besser (im Gehirn)!

Gutes Gelingen wünscht
Ihre Suppenköchin

~ * ~

Gynäkologe : Urologin

Ich frage mich aktuell, ob es eben so viele Urologinnen wie männliche Frauenärzte gibt?

Ein Blick in das Ärzteverzeichnis meiner Stadt sagt etwas Anderes, da finde ich nämlich nur eine einzige. Laut Wikipedia waren am 31. Dezember 2006 in Deutschland 6156 Fachärztinnen und Fachärzte für Urologie registriert, von denen 4883 ärztlich tätig waren. 504 der Gesamtzahl an Urologen waren Frauen. Im ambulanten Bereich arbeiteten 215 Frauen, 254 im stationären Bereich. Außerdem gibt es ja noch den (Zusatz) „Männerarzt“.

Als Frau kann ich nur sagen, dass ich mit Frauenärztinnen bisher keine besonders guten Erfahrungen gemacht habe. Ich fand sie weniger kompetent und eher „grob“ bei der Untersuchung. Das habe ich auch von anderen Frauen oft gehört.

Wie kommt das? Wir Frauen sollten doch eigentlich viel mehr Einfühlungsvermögen in das gleiche Geschlecht haben. Klassischerweise gibt es die Hebamme, eine weibliche Zunft, die allerdings keinen Arzt-Status hat. Wenn der Artikel noch aktuell ist, gibt es in Deutschland genau eine männliche Hebamme.

Insgesamt bin ich sowieso keine große Anhängerin unserer Schulmedizin, die den Menschen in Fachbereiche aufgliedert und jedes Symptom isoliert betrachtet. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit, da sind uns andere Denkweisen um viele Harnröhrenlängen voraus.

~ * ~

Bild: Urologische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen