Schnaps oder Lolli

Als meine Freundin am Wochenende mit ihrer Familie beim Griechen Essen war, gab es zum Abschluss den üblichen Uozo aufs Haus. Die Kellnerin fragte den hochgewachsenen 14-jährigen Sohn, ob er denn auch einen Schnaps trinken dürfe, worauf dieser glatt nochmal einen halben Meter wuchs. Die 16-jährige Tochter fragte sie nicht, die war hinterher stinksauer. Schnaps gab es allerdings keinen für die beiden Kids, dafür zwei Lutscher.

Fazit: Die Jugend – eine Zeit zwischen Schnaps und Lolli

Sie möchte die Freundschaft nicht gefährden

Beim heutigen Mittagessen erzählte der jüngste Mitesser (etwas amüsiert), dass ein Mitschüler (aus der 6. Klasse) heute morgen vor der Schule mit einer Rose auf eine Mitschülerin gewartet hatte.

Das Mädchen hat die Rose angenommen, möchte aber keine Beziehung mit dem Jungen, weil sie die Freundschaft zu ihm nicht gefährden will (!).

Ich war reichlich perplex und meinte: „Kinder, ihr seht zu viel fern.“

Rabimmelrabammelrabumm – Ein Rückblick

Kinder, was bin ich froh, auf keine Martinsumzüge mehr gehen zu müssen!

Man kann/konnte ja nicht früh genug damit anfangen, schon die Kleinsten mit zum Umzug zu schleppen. Auch ein Baby mit ein paar Monaten muss unbedingt dabei sein, es könnte sonst etwas verpassen.

Als noch recht unbedarfte Mutter bin ich mit meinem Erstgeborenen in der Krabbelgruppe zum allerersten Mal mitgegangen. Das war allgemein so, man machte mich glauben, das gehöre zum Guten-Mutter-Sein dazu. Schon damals wollte bei meinem Sohn der Martinsfunke nicht recht überspringen. Auch in den darauffolgenden Jahren konnte er sich für die Martin-Romantik nicht erwärmen. Inzwischen war der Junge größer und Kindergarten- bzw. Vorschulkind. Die Laterne (mit Ersatzbatterien) habe immer ich getragen, auch das fröhliche Singen überließ er mir. Das Basteln jedoch blieb ihm nicht erspart.

Am Tag des Umzugs versammelte man also die Kinder in Strumpfhosen, Skianzüge, Mützen und allem, was sonst noch dazugehört, dick eingemummt im Vorraum des Kindergartens, wo einem nach spätestens 5 Minuten der Schweiß vom Rücken bis in die Kniekehlen lief.

Dann konnte es endlich losgehen! Der Legende des Heiligen Martin wurde wieder Leben eingehaucht.

Ich zog ein grell-orangefarbenes ärmelloses Jäckchen als „Ordner“ an, um die lieben Kleinen im Dunkeln über Stock und Stein zu geleiten. Einmal wurde ich besonders geadelt, indem ich die Noten für die Trompeterin tragen durfte, und führte so den Zug mit an. Ich kochte Tee oder Kinderpunsch für das gesellige Beisammensein hinterher und auch Martinsgänse durfte ich backen.

Gerne wird bei solchen Gelegenheiten auch Stockbrot (auch hierfür durfte ich verschiedenste Teigvarianten produzieren) gereicht, das romantisch über offenem Feuer geröstet wird. Schmecken tut es jedoch nur selten. „Mama, nimmst du mal“, sagt das Kind, stolpert über abgestellte Laternen und verliert irgendwo im Dunkel seine Handschuhe.

Auch mein jüngerer Sohn war kein Martin-Fan. Ich glaube, er hat anfangs dabei auch noch geweint. Vielleicht ahnte er da schon, dass seine spätere Freundschaft zu seinem Grundschulklassenkameraden Martin B. kein gutes Ende nehmen würde. Wir wissen es nicht.

„Das Licht ist aus, wir gehen nach Haus, rabimmelrabammelrabumm.“

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Gestern war eine Spatzenmama mit ihrem Jungvogel bei uns im Garten unterwegs. Der Jungvogel konnte offensichtlich noch nicht fliegen. Da dachte sich unser Hund: „Mit dem ist bestimmt gut spielen“, stürmte auf das Vögelchen los und wollte es mit seinen Pfoten hin- und herschubsen. Da musste ich natürlich einschreiten, und Merlin (schwarzer Labrador-Rüde) wurde „abgeführt“.

Die Spatzenmama und ihr Junges waren so zutraulich, dass sie sich sogar eine ganze Weile von uns mit alten Brotkrümeln füttern ließen. Die haben wir für so einen Fall immer zur Hand 😉 (stimmt nicht ganz, wir haben auch noch eine Hasen-Dame)