Spätsommerduft

Spätsommerduft in Nüstern
wie warme Butter mit Honig und
Lavendelthymian

Hände streifen kitzelnd über hohe Ähren
Weizengoldfarben

Noch kriecht und wimmelt es
und noch flattert die Wäsche

Blätter torkeln schon
saftleer zu Boden

Spinnfäden werden eifrig gespannt
während die Tage sich früher der Nacht zuneigen

Gras kitzelt die Barfüße
in der Nachmittagssonne

Bald weichen Margeriten den Astern,
doch mit dir ist jede Jahreszeit schöner!

~ * ~

Wo die wilden Rosen blühen

Ich bin sehr duftempfindlich. Schwere Parfums, Lacke, Sprays, chemische Gerüche, Menschen, die ich nicht riechen kann. Aber auch manche Wohlgerüche wie konzentrierter Hyazinthenduft oder zu viel Jasmin lassen mich flüchten.

In dem Duft von Heckenrosen könnte ich jedoch versinken. Große wildgewachsene, oft meterhohe Heckenrosen, die ihren betörenden Duft verströmen, nicht ganz so edel wie Zuchtrosen, dafür gepaart mit ihrer urwüchsigen Wildheit, die keiner gepflanzt und zurechtgeschnitten hat. Hunderte Bienen, Hummeln und allerlei andere Insekten tummeln sich darauf und trinken davon, wie ich.

(Foto: Suppenküche)

Ein Duft

Ein Duft

ist wie ein verklärter Augenblick,

der den Verstand überlistet

und tief eingesogen

die Illusion erzeugt,

er würde nie verwehen.

Die Erinnerung an ihn

weckt süßen Schmerz

und die Sehnsucht,

diese einzigartige Duftnote,

unverwechselbar,

ob schwer, ob zart,

wieder zu riechen,

die Sinne darin zu baden,

bis man gesättigt ist

oder wenigstens hofft,

es zu sein.

Veilchen vs. Rose

Fragt das Veilchen ungeniert,

warum die Rose sich so ziert.

Ihr hundsgemeiner Duft

taugt nur als Hofstaat

und verpufft

vor soviel Glanz und Gloria.

Arme Viola canina!

 

~ * ~

 

 

P.S. Ich liebe Veilchen und ihren Duft und ich freue mich über jedes einzelne, das im Garten wächst.

Die Suppenköchin wünscht eine frühlingshaft-duftige Woche!

🙂