Die Zwergenmütze

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(Mischtechnik/Teebeutelkunst)

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Der Zwerg verlor seine Mütze.

Sie verfing sich

im Dornengestrüpp einer Hecke

und wuchs zwergenlos

in den Himmel.

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Als der Zwerg auf seinem Weg

die linke Socke eines Riesen fand

und sie als neue Mütze benutzen wollte,

stank sie so sehr,

dass er sie im Fluss wusch,

wo sie ihm ein großer Butt wegschnappte.

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Darüber wurde der Zwerg so zornig,

dass er sich selbst in der Mitte auseinanderriss.

Vielleicht war es auch nur ein böser Traum.

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Die Ankunft des ersten Himmelshundes

Liebe Lesende,

es ist mir eine besondere Ehre, Euch die Ankunft des ersten Himmelshundes zu verkünden!

Bei ansonsten völlig blauem Himmel ist er mir heute nachmittag erschienen. Der erste Himmelshund kam in Gestalt des Mittelschnauzers mit gepflegter Bartpartie. Ihm folgen nach der Mops (2), Rauhaardackel (3), Pekinese (4), große Münsterländer (5), Neufundländer (6) und die Deutsche Dogge (7).

Die sieben Himmelshunde kündigen uns – wie in eingeweihten Kreisen bereits seit Jahrhunderten bekannt – ein neues Zeitalter* an.

Achtet daher auf die Zeichen. Wer einen der nun noch folgenden sechs Himmelshunde erblickt, möge es bildlich festhalten und allen verkünden. In welchem Zeitraum sie erscheinen, hängt von intergalaktischen Gegebenheiten ab, die uns hier nicht weiter beschäftigen sollen.

foto-himmelshund(Foto: 18.06.2013, 17.43 Uhr Ortszeit)

Freuet Euch alle mit mir und gebt die frohe Botschaft weiter.

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* Güldenes Zeitalter

Papierboote

Papierboote falte ich eins nach dem anderen und setze sie vorsichtig in den Raschelbach. Wie im Entenmarsch. Habe ich eine Schicht vergessen? Viele Schichten übereinander ergeben ein Ganzes. Die Linie fehlt! Hast du sie? Hinter der Krümmung krümelt der Hase. Nachtkerzendickicht auf der Weide. Schemen und Schatten, sie lachen. Fratzen verschlingen neugeborene Hasen und spucken sie auf der anderen Seite wieder aus. Milchgesichter, aber nur verschwommen. Hasenpicken. Hört auf, rufe ich. Es ist ganz leicht. Sie lassen ab und grölen. Schicht um Schicht, Schleier um Schleier, was ist dahinter? Ganz hinten. Ich krame herum und zähle die Schiffchen nach. Meine Füße rascheln im Bach und lösen sich Schicht um Schicht auf. Die Linie bin ich. Uff!

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still-leben

Mein Bananenhut

… und weil es einfach Freude macht, hier mein Beitrag zu Schreibfluss 3 bei „Alles ist gut“:

Ich setze den Bananenhut auf, den ich auf dem Elfen-Flohmarkt beim Eichenwald geklaut habe. Er passt wie angegossen, geht aber nicht mehr ab. Die Bananen haben angefangen zu wachsen, es ist eine Staude geworden, die auf meinem Kopf immer neue Blätter bekommt. Ich habe jetzt immer genug Schatten im Sommer. Am Tag gieße ich die Staude mit Eichenwaldwasser, in der Nacht leuchtet sie wie ein Leuchtturm. Wenn der Wind geht, rascheln die Blätter und mein Kopf schwankt ein bisschen. Wenn die Staude noch größer wird, wird mir hoffentlich nicht schlecht. Der Liebe tut das keinen Abbruch. Mein Liebster reibt die Blätter mit einem weichen Tuch ab und erntet die Bananen. Seit ich den Bananenhut habe, bin ich nicht mehr so blass.

Der müde Baum

Er war es müde, immer an derselben Stelle zu stehen. Die Kraft, die sich jeden Herbst aus seinen Adern zurückzog, kam immer zögerlicher im Frühjahr zurück. Das Vogelpaar wartete wie jedes Jahr darauf, dass er ihnen mehr Behaglichkeit schenkte, und sie damit beginnen konnten, sich wieder einzurichten. Etwas schicker und moderner als die letzten Jahre sollte ihr Nest werden. „Auch das noch“, dachte er, „dafür bin ich nicht mehr der Richtige. Das müssen sie doch gemerkt haben.“

Schon viele Vogeljunge hatte er schlüpfen sehen. Nimmermüde und nimmersatt riefen sie nach ihren Eltern. Doch er hatte nicht mehr die Kraft für ihr Geschrei.

„Am besten wäre es, wenn ich erst gar nicht mehr austreibe“, murmelte er müde. Nur die Amsel hörte seine Worte und streichelte ein wenig mit ihrem Schnabel über den knorrigen Ast, auf dem sie saß. Dann flog sie davon.

Ich schenke dir eine Sprosse und klebe sie auf deine Wange

Der Artikel bei Frau Blau hat mir Lust & Laune auf ein paar Zeilen „automatisches Schreiben“ gemacht…:

Der Schneedampfer pflügte durchs Rote Meer. Zehn Matrosen im Ausguck, aber kein Land in Sicht. Nur einer davon hatte Sommersprossen und Pausbacken, die anderen Skorbut. Er konnte Liebesbriefe schreiben und Strichmännchen malen. Die letzte Ente, die sie verspeisen wollten, war davongeflogen, nach Bommerland. Doch Bommerland ist abgebrannt. Die Maikäferration ging auch allmählich zur Neige. Rumkugeln waren noch da, jede Menge. Rumkugeln passen auch in ihre Gewehrläufe. Kaninchen gibt es nicht auf hoher See, wozu Rumkugeln in Gewehrläufe füllen? Oh, du mein Captain. Der Kapitän kann mit voller Wampe übers Wasser gehen, wenn er ordentlich getankt hat. Öltankerhavarien sind der Schneedampfer Tod. Sommersprossen verheißen Glück. Ich schenke dir eine Sprosse und klebe sie auf deine Wange.

Der eingesprungene balinesische Fröbelstern

Es ist wieder Bastelzeit!

Ganze Heerscharen von kreativen Geistern verschönern in der Adventszeit wieder ihr Heim und das ihrer Lieben.

Umso mehr ist es mir eine Freude, Euch heute die Bastelanleitung für den diesjährigen Star der selbstgebastelten Weihnachtssterne präsentieren zu können: den eingesprungenen balinesischen Fröbelstern (Bild leider momentan nicht verfügbar)

Die Besonderheit dabei ist, dass er nicht im Sitzen gebastelt wird, sondern mit Anlauf und Sprung auf den Bastelstuhl. Eleganz und Körperspannung verleihen dem Stern ein außergewöhnliches Aussehen. Der Anlauf muss mindestens 7 Meter betragen. Falls der Bastelraum nicht so viel Platz aufweist, kommt die weihnachtliche Botschaft zur Anwendung „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, so sorgen wir neben körperlicher Ertüchtigung noch für zusätzlich Sauerstoff im behaglichen Weihnachtszuhause.

Die Schrittfolge sowie eine 3D-Bastelanleitung und/oder Video-Tutorial können gerne jederzeit bei mir angefordert werden. Das Video-Tutorial ist besonders liebevoll gestaltet, ich trage dabei festliche Garderobe und Festtags-Make-Up.