Wer glücklich ist, kauft nicht

Ein begeisternder Vortrag zum Thema „Denken/Um-denken“!

denkbonus

Update
Das Video wurde zwischenzeitlich auf Youtube entfernt. Offenbar zu brisant und zu erfolgreich angesichts der Zugriffszahlen. Daher haben wir es an anderer Stelle erneut ausgegraben, und hier ist es. Viel Spaß bei reinhören.

Es wäre ein Fehler, diesen zwanzigminütigen Vortrag von Prof. Gerald Hüther zu ignorieren. Der 62jährige Neurobiologe und Dozent erklärt auf faszinierend verständlichem Wege, weshalb die Menschheit, obwohl sie gerade ihrer Vernichtung entgegenschlittert, dennoch nur einen einzigen Gedanken weit von ihrer Rettung entfernt ist

Dazu müssten die Menschen umdenken. Das gelingt ihnen jedoch nur, wenn sie auch dazu in der Lage sind, umfühlen zu können. Gefühl und Verstand gehen immer Hand in Hand. Denn bei jedem Gedanken wird zugleich eine Kaskade an Botenstoffen freigesetzt, begleitet von den Gefühlen, die unser gedankliches Erleben widerspiegeln. Umzufühlen ist alles andere als einfach, denn wir sind das Ergebnis unserer Prägung. Und die ist in der Regel schmerzhaft.

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8 Kommentare zu “Wer glücklich ist, kauft nicht

  1. Mir scheint, als sei die Argumentation von Herrn Hüther doch sehr verallgemeinernd und viel zu vereinfacht. Sich allein auf das Unglück zu fokussieren (und dann noch davon auszugehen, dass alle Kinder per se unglücklich sind) als Ursache für das Konsumieren, überzeugt mich überhaupt nicht, auch wenn einige Ansätze sicher richtig sind (das Sich-belohnen-Wollen in manchen Situationen). Der Mann ist ja auch kein Psychologe oder Soziologe, sondern Neurobiologe.

    • Psychologie und Soziologie war Gestern, Werbung und Marketing studieren schon lange die Menschmaschine selbst, um neue Kaufknöpfe zum Drücken zu finden, Stichtwort „Geruchsberieselung“. Auf der psychologischen Ebene genügt es dann, die Begrifflichkeiten bzw. Assozitationen zu verdrehen, „Glück“ wird schon den Kleinsten als Ekstase verkauft, anstelle von stiller Zufriedenheit sollen wir den lauten Kick wollen müssen. Frag mal einen dieser Zalando-Junkies, worum es in „Singing in the rain“ geht. Sie werden es nicht verstehen und mutmaßen, dass sich Gene Kelly über seinen neuen Schirm freut…

      • Ja, diese Manipulation findet statt, leider. Was ich gut finde, ist, dass es aber auch die andere Seite gibt: Immer mehr Menschen üben Verzicht, machen sich Gedanken darüber, ob sie wirklich weiterhin soviel konsumieren müssen wie bislang oder ob nicht weniger reicht, oder Gebrauchtes, oder Tauschbörsen – und das nicht nur, weil sie weniger Geld in der Tasche haben. Ich finde die Diskussion gut, aber die Argumentation von Prof. Hüther hinkt meiner Meinung nach.

      • Hinkebein oder nicht, vieles aus diesem Video, das nur ein Ausschnitt aus dem Vortrag ist, finde ich persönlich sehr plausibel. Zudem handelt es sich hier um mein besonderes Steckenpferd „die Denkerei“, das mich ungeheuer fasziniert.
        Meiner Meinung nach kann eine Handlung (z.B. das Kaufen) nicht erfolgreich sein in dem Sinne, dass sie uns glücklich macht, wenn sie von einem (meist unbewussten) Mangel herrührt bzw. motiviert ist.
        Und dann gibt es eben auch immer mehr Menschen, wie Du schreibst, die sich Gedanken machen, ob sie dieses oder jenes wirklich brauchen, die um-denken.

  2. Ein interessanter Beitrag. Unglück als Wirtschaftswachstumsdünger? Erinnert mich an einen anderen Beitrag, in dem die Frage gestellt wurde, warum Fleisch so billig produziert werden muss: Wer satt ist, geht nicht protestierend auf die Straße.

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