Gelb, grün und die Fee

Gelb war sauer. Jedes Jahr das Gleiche. Er konnte sich anstrengen, wie er wollte. Frustriert schaute er auf das Fiasko, das sich vor seinen Augen ausbreitete, und ballte die Fäuste. Er brauchte jetzt ganz dringend einen Schnaps. Absinth, die grüne Fee. „Ironie des Schicksals“, dachte Gelb und lachte bitter, während ihm langsam der Schweiß aus allen Poren drang und seine Hände anfingen zu zittern.

Seine Widersacher hatten wieder mal ganze Arbeit geleistet. Weiß war der erste Unruhestifter bei Schneeglöckchen und Krokussen. Immer beängstigender wurde es für Gelb, als auch Blau, Rot, Orange, Rosa und Lila mit ihrer Einmischung anfingen. Doch am deprimierendsten war jedes Jahr Grüns Siegeszug, der in allen Farbnuancen die ganze Natur übertünchte. Es nahm ihm die Luft zum Atmen.

„Nur noch einen“, nuschelte Gelb und nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche.

~ * ~

(„Die grüne Fee“: Schnelle Zeichnung aus der Suppenküche)

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8 Kommentare zu “Gelb, grün und die Fee

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