Miss Hintern

„Mama, Paula hat Scheisse am Hintern kleben“, ruft der Sohnemann Nr. 2 alarmiert. (Gut, er hätte ‚Kot‘ sagen können, aber wer tut das schon?)

Paula ist eine Kaninchenwitwe in etwas vorgerücktem Alter, die in einem Hasenstall im Freien lebt. Sie bringt ein respektables Lebendgewicht von ca. 6 kg auf die Waage.

Paula hatte (vermutlich kältebedingt) etwas mit Durchfall zu kämpfen. Die Rückstände des körperlichen Ausscheidungsproduktes klebten nun an ihrem felligen Hinterteil. Sehr hartnäckig. Nach einer ersten Behandlung des Tieres durch meinen Sohn und mich, der durchaus beherzt zu Werke ging, konnten wir trotzdem nicht alles erfoglreich entfernen. Der Allgemeinzustand des Tieres war jedoch zufriedenstellend, und ich war noch guter Dinge, dass wir das selber hinbekommen.

In diesem Zusammenhang möchte ich mein Madentrauma nicht unerwähnt lassen. Vor einigen Sommern hatte sich Paula selber gebissen, es war brütend heiß und die Wunde lockte Fliegen an.  Dieselbigen sorgten für ihren Nachwuchs, indem sie ihre Eier in den Lebendkörper von Paula implantierten. Ich glaube, ich habe nie in meinem Leben live etwas Widerlicheres gesehen, als diese zahllosen Mini-Würmer, die sich unter ihrer Haut räkelten. (Ein Tierarzt kassierte über 500 Euro für eine Notfallbehandlung (!), von der weiteren Behandlung bei einem anderen Tierarzt gar nicht zu sprechen )

Gestern fassten wir uns nochmal ein Herz und eine kleine Wanne und machten uns erneut an Rückstandsbeseitigung im Bad. Neben einem versauten und kurzfristig sehr stinkenden Badezimmer kann sich das Ergebnis zweifellos sehen lassen:

Miss Hintern 2012

~ * ~

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13 Kommentare zu “Miss Hintern

  1. Manche Tierärzte nutzen Notsituationen auch aus. Als unser Welpe heftigen Durchfall bekam und sich winselnd vor Schmerzen krümmte (natürlich an einem Sonntag! wie früher bei den Kindern), fuhren wir in eine große Praxis, die an den Wochenenden auch geöffnet hat. Der Arzt machte alles Mögliche und kassierte satte 430,00 Euronen. Seriös war das nicht! Unsere TÄ meinte, dass ein krampflösendes Schmerzmittel und ein Breitbandantibiotikum zur Erstversorgung ausreichend gewesen wäre.
    Maden finde ich ja schon in der Biotonne nicht gerade erquickend, aber in einem lebenden Tier – schüttel!

    • 500 Köttel für ein bisschen Wundreinigung ist nicht hasenrein, von Notfall kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil, die Maden haben das Bunny möglicherweise sogar gerettet, die fressen nämlich Wundbrand & Co.. Extem eklig, aber ein alter Feldschertrick aus der Prä-Penicillin-Periode. Mit ein wenig medizinischem Alkohol hätte man die kleinen Arzthelfer einfach selber auswaschen können, der Doc hat auch nicht viel mehr gemacht. Und Durchfall oder nicht, ein Vegetarier kann nicht so brondal stinken wie unseren fleischfressenden Lieblinge. Ganz abgesehen davon, dass Katzen auch noch selbst stinkig werden, wenn man sie waschen will…

      • Nee, die Maden hätten innerhalb der nächsten Stunden die inneren Organe des Hasen befallen, die hatten nix für Wundreinigung übrig, ganz im Gegenteil, die haben sich rasend schnell über die ganze Hautfläche ausgebreitet. Glaub mir, sowas Widerliches hast du noch nicht gesehen. Da sind selbst Wanderlarven beim Menschen noch relativ niedlich.

        Auswaschen war da nicht. Das Tier musste fast komplett rasiert werden, die Wunden waren mehr als grässlich.

        Und Dünnpfiff ist geruchstechnisch Dünnpfiff 😉

    • Das war natürlich auch an einem Feiertag. Der Tierarzt hat die Notlage komplett ausgenutzt und uns vorher nicht informiert, was das kostenmäßig auf uns zukommen könnte.
      Wir hatten uns damals auch hinterher schriftlich beschwert, das hat natürlich nix genutzt.

  2. Pingback: Paula ist von uns gegangen | Denken gefährdet die Gesundheit

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