Monotone Monologe

Dies ist die Zeit, in der der Karren im Dreck feststeckt. Im Januar gab es nicht mehr Glück als im Dezember. Nur mit Mühe fange ich meine eigene Laune immer wieder auf. Jeden Tag zum wiederholten Male. „Tu dir was Gutes, trink einen Tee, das wärmt, auf Tiefs folgen auch wieder Hochs, blablabla“ führe ich monotone Monologe. Dazwischen lache ich mit anderen. Auch Herzensdialoge,  die mir das Wichtigste sind, gelingen nicht so richtig.

Anderen geht es ähnlich, das Wetter zerrt an den Nerven, das Windiggrauenass mit nackten Ästen auf schmutzigbraunen Restwiesen trübt die eigene Sicht. Man soll im Moment leben, achtsam sein, Dinge finden, für die man dankbar ist, man soll sich nicht an negative Gedanken klammern, aber diese spirituellen Hilfen helfen nur kurz, wenn sich alles falsch anfühlt und alles feststeckt. Wenn man nichts tun kann, soll man alles Krampfhaft-Wollende loslassen, aber kann ich wirklich nichts tun?

Und der Teppich, unter den alles stillschweigend gekehrt wird, wird immer größer. Irgendwann klopfe ich ihn kräftig aus, setze ich mich darauf und fliege davon. Aber jetzt noch nicht. Wann ist endlich die richtige Zeit?

~ * ~

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19 Kommentare zu “Monotone Monologe

  1. Das klingt so vertraut. Willkommen im Club.
    Wird Zeit, dass der Januar ein Ende nimmt. Der trägt jedenfalls nichts dazu bei, dass sich der Zustand ändert, auch wenn er nicht an allem schuld ist, dieser düstere, trübe Geselle…

    • Danke, liebe erinnye.
      Ich mag halt in meinen Befindlichkeitsbeschreibungen hier nicht zu privat werden, deshalb habe ich es mehr allgemein gehalten – und ja natürlich schreibt man sich immer etwas von der Seele, das ist das Gute daran.

  2. So vertraute Gedanken….

    Trotz der Jahreszeit gibt es in meinem Garten gerade Gänseblümchen und an manchen Tagen denke ich ‚Ha, wenn die dem Winter trotzen können, dann schaffe ich das auch.‘

    Liebe Grüße!

    • Danke Dir Katja 🙂
      Heute vormittag gab es für mich gute Nachrichten, über die ich mich sehr freue und die gleichzeitig ein Hoffnungsschimmer sind.
      Ich wünsche Dir, dass die Gänseblümchen immer in Deinem Herzen blühen,
      ganz liebe Grüße
      Andrea

  3. Ich erkenne mich sehr gut in Deinem Text wieder.
    Eine Freundin sagte mir einmal: Egal, wie schlecht das große Ganze aussieht, die kleinen Glücke sind immer da… ja, aber es gibt eben diese Zeit, wo nicht einmal das Denken an die kleinen Glücke hilft. Wenn sich eben „alles falsch anfühlt und alles feststeckt“ und man sich nur noch auf diesen fliegenden Teppich setzen will… oh ja. *seufz*
    Ich wünsche uns, dass auf das Jahresbeginntief nur noch Hochs folgen… vielleicht mit klitzekleinen Tiefs hier und da, damit es nicht langweilig wird… aber insgesamt betrachtet doch ein großes Hoch. 🙂

    • Danke Dir für Deine Sätze und Dein Verständnis, das tut einfach gut. Ja, wünschen wir uns ein gutes Jahr und dass wir vorankommen und uns dabei alle ein kleines bisschen helfen, wenn jemand feststeckt, und sei es nur durch einen verständnisvollen Satz. 🙂

  4. Nicht ein einziger spiritueller Ratgeber wird Dich da rausholen, sorry, aber das ist so. Verbeißt Frau sich nämlich darin, so nach dem Motto: Ich müsste doch nur…wenn ich jetzt aber dieses oder jenes befolgen würde, dann…anderen gehts ja auch so…(oder ganz schlimm..anderen gehts ja noch viel schlechter), dann liebe kreadiv, beißt sich die Katze in den Schwanz. Nimm es an! Lass es zu! Und plötzlich sieht das Grau eine Nuance heller aus. Genau dann, wenn Du es nicht mehr erwartest.
    NixZen hat mir im letzten Sommer ein Buch empfohlen, das ich nicht wortgetreu umsetzen werde, weil ich schließlich ein Individuum bin (genau darum helfen die meisten Glücksbücher nicht!), aber die Quintessenz der etwas über 100 Seiten habe ich mir zu Herzen genommen. Es heißt „WuWei – Die Lebenskunst des Tao“ und ist von Theo Fischer bei rororo erschienen.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    • Danke für den Buchtipp, liebe Elvira.
      Natürlich hilft mir kein Ratgeber „heraus“, aber ich habe ein paar Bücher, die sich durchaus bewährt haben in Krisensituationen, die mich auf das Wesentliche beschränken lassen und mir etwas Trost und innere Ruhe schenken, wenn sonst im Moment nichts mehr hilft.

  5. Ja, diese Psycho-Ratgeberliteratur mit ihren Selbstbeschwörungssätzen hilft auch nicht immer weiter, manchmal braucht es einfach Zeit und man muss „da durch“. Irgendwann kommt deine Zeit und du hebst wieder ab, wetten?

    • Hihi,
      nein so „albernes Zeugs“ lese ich nicht.
      Ich habe ein paar wohltuende Bücher, die ich über die Jahre „gesammelt“ habe und auf die ich dann gerne zurückgreife.

      Danke für’s Mutmachen 🙂

  6. Du kennst ja mein «Positiv am … war…» Versuch doch, Dir jeden Tag in Deinem Kalender einen positiven Moment festzuhalten, sei er noch so klein.

    Und an dem Tag, da Du diesen Text hier schriebst, könntest Du vermerken: «Exzellentes Bild in zwei Sätze gepackt – quintessentiell sozusagen.»

    Und der Teppich, unter den alles stillschweigend gekehrt wird, wird immer größer. Irgendwann klopfe ich ihn kräftig aus, setze ich mich darauf und fliege davon. Das pack ich mir in meine Zitatesammlung …

  7. Liebe Andrea,
    mir gehts da sehr ähnlich, und gerade deshalb hat es mich gefreut, dich gestern persönlich kennenzulernen 🙂 Auch wenns ein bissl zapfig war unter den Linden, so war es doch ein schöner Nachmittag! Wenn dir mal wieder nach Dia- statt Monolog ist, meld dich einfach 😉
    GLG Sunny

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