Zwei Paare

Da ist das eine Paar, das seit vier Jahren zusammen ist. Vorletztes Jahr haben sie geheiratet, tolle Feier, teures Fotografen-Fotoalbum. Er sagt ihr jeden Tag, dass er sie liebt und gibt ihr einen Gutenachtkuss. Mehr Nähe gibt es nicht mehr, die war nur am Anfang. Irgendwann fand sie zufällig heraus, dass er hinter ihrem Rücken mit Frauen chattete, er hatte sich ein zweites Handy besorgt, mit dem er den Kontakt pflegte. Als seine Frau dahinterkam, tat es ihm leid, er gelobte Besserung. Danach war alles wieder gut…

Da ist das andere Paar. Beide Partner geschieden. Er kinderlos, sie hat zwei Kinder im Teenageralter. Sie gehen sehr liebevoll miteinander um, auch die Kinder haben den neuen Partner ihrer Mutter ins Herz geschlossen und vertrauen ihm. Zusammen sind sie seit 3 Jahren, aber sie haben noch nie miteinander geschlafen. Er sagt, er mache sich nichts aus Sex…

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12 Kommentare zu “Zwei Paare

    • Ja, den Film kenne ich. Habe ich zum Geburtstag bekommen 😉

      Aaaaber, in dem ersten Fall ist die Frau kreuzunglücklich. Und die zweite Frau vermisst die körperliche Liebe.

      • Dann habe ich wohl nicht gleich verstanden, dass Du verstanden hattest 😉

        Die zweite Beziehung ist tatsächlich sehr stabil und gefestigt, ich denke, die Frau kann mit diesem Manko leben.

        Im ersten Fall bin ich im Moment nicht sehr zuversichtlich.

  1. Im Alter verändert sich die Einstellung zur Sexualität. Es kommt nicht mehr auf die Quantität, sondern die Qualität an. Ich bin mit meinem Mann schon 26 Jahre zusammen. Uns ist körperliche Nähe sehr wichtig. Wir schlafen immer zusammen ein und wenn es die Temperatur zulässt, ohne störendes Sleepshirt. Ja, manches Mal drehen wir die Heizung auf, nur um Haut an Haut liegen und spüren zu können. Ich finde es schön. Heute kann ich es nicht mehr verstehen, dass ich vor Jahren der Partner aus der ersten Gruppe war. Ich habe meinen Mann auch betrogen. Und heute? Heute liebe ich ihn so sehr, dass es schon weh tut.

    Sehr nachdenkenswerter Blog.

  2. Nicht wollen ist mindestens so ungesund wie nicht können, vielleicht fehlt ihm einfach nur etwas Testosteron? Eingeschränkter Geruchssinn ist auch eine Möglichkeit, man sieht nur mit dem Herzen UND der Nase gut. Gründe für Lustlosigkeit gibt es viele, aber keinen sich zu schämen, ab zum Onkel Doktor mit dem Kerl, bevor beide zum Knäckebrot werden!

  3. O.K., es gibt körperliche Beeinträchtigungen, die, ich drücke das jetzt mal ganz profan aus, den Beischlaf unmöglich machen. Ich glaube aber, wenn es andere Arten der Zärtlichkeit gibt, ist das in Ordnung. Aber ganz ohne Sex? Ohne körperliche Nähe? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Leben lang geht.
    Zum ersten Fall muss ich nichts sagen. Da scheint jede Nähe zu fehlen.

  4. Zwei Varianten von „Szenen einer Ehe“ und beide sind für mich schwer nachvollziehbar. Aber was Menschen in unglücklichen Beziehungen hält, wäre ein Riesenthema für sich.

    • Das zweite Paar ist nicht verheiratet und prinzipiell sind die beiden ja glücklich miteinander. Ich denke, sie arrangieren sich mit ihrem sexfreien Zusammensein, aber ob das auf die Dauer die Erfüllung ist, weiß ich nicht. Couchgemütlichkeit ist ja auch nicht alles im Leben.

      • „Amen!“ sagte da die Pfarresköchin zum Busfahrer. Muss ja nichts direkt physisches sein, vielleicht nur eine psychosomatische Altlast. Wenn er z.B. immer (unangemessen) darum betteln muss, hängt der Mann seine Bockshörner irgendwann an den Nagel, gleich neben die sauren Trauben. Sie wieder aufzusetzen kann dauern, da kann Salome tanzen, bis sie schwarz ist…

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