Schwacher Schatten!?

„Was ich sagen will, ist, dass Dummsein nicht Ihr Problem ist“, sagte Otsuka mit ernstem Gesicht.

„Ach, wirklich?“

„Ihr Problem, meine ich wenigstens, besteht darin, dass … Ihr Schatten irgendwie schwach ist, oder? Das ist mir gleich aufgefallen, als ich Sie sah. Der Schatten, den Sie auf den Boden werfen, ist nur halb so dicht wie bei normalen Menschen.“

Ein Gespräch zwischen Nakata und Otsuka, einem Kater. Nakata hält sich für dumm, kann sich aber mit Katzen unterhalten.

aus: Kafka am Strand, Haruki Murakami

Hat jemand Leseerfahrung mit Murakami?

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17 Kommentare zu “Schwacher Schatten!?

    • Ich bin erst auf Seite 74. „Ein Elefant verschwindet“ habe ich vor ein paar Wochen gelesen. Das war mein erster Murakami. Wenn Du magst, erzähl doch ein bisschen von Deinen Eindrücken/Erfahrungen… würde mich interessieren und freuen!

  1. Ich hatte dazu vor längerer Zeit in meinem „virtuellen literarischen Salon“ (eine Art Newsletter mit Buch-Tipps) eine Empfehlung geschrieben, die ich dir jetzt einfach mal hierhinein kopiere ; )
    Ein fabelhafter, oder besser: märchenhafter Roman, prall gefüllt mit einer außergewöhnlichen Mischung von Elementen aus Entwicklungsroman, Thriller, Mystery, Märchen, dabei durchaus nicht abgefahren oder „aus der Welt“. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und von mehreren Ebenen aus erzählt. Da ist zunächst der 15Jährige Kafka Tamura aus Tokio, der von zu Hause weglaufen will. Nach und nach erfährt man von der lieblosen häuslichen Atmosphäre, davon, dass seine Mutter mit seiner Schwester schon vor langer Zeit den Vater verlassen hat, und von der beängstigenden Prophezeiung, Kafka werde seinen Vater töten und mit seiner Mutter und seiner Schwester schlafen. Kommt euch bekannt vor? Mir auch, aber hier wird nicht einfach eine Ödipus-Story auf modern nacherzählt, dies ist nur eines von zahlreichen Elementen aus den europäischen Mythen, die gekonnt mit japanischer Mythologie verwoben werden.
    Als nächstes erfährt der Leser in Form eines Berichts von einer eigenartigen Begebenheit im Wald des Reisschalenhügels. Dorthin ging während des Krieges eine Lehrerin mit ihren 16 Schülern, die plötzlich alle bewusstlos wurden. Nach und nach erwachen sie, bis auf einen Jungen, der mehrere Wochen in dem eigenartigen Wachkoma verbringt und danach nicht mehr er selbst ist.
    Der dritte Handlungsstrang erzählt von Nakata, der als Kind einen Unfall hatte und seither „schwach im Kopf“ geblieben ist. Seit diesem Unfall hat er die Fähigkeit, mit Katzen zu sprechen und arbeitet gelegentlich als Katzensucher für Leute, denen ihre Katze verloren gegangen ist. Auch Nakata hat eine Mission zu erfüllen, dabei trifft er auf den einfach gestrickten Fernfahrer Hoshino, der Nakata bei seinem großen Abenteuer begleitet, sich um ihn kümmert und so ein neues Leben für sich entdeckt.
    Alle drei Personen zieht es in die gleiche Richtung, zu einer außergewöhnlichen Privatbibliothek, der Komura-Bibliothek in Takamatsu, wo sich ihre Schicksale kreuzen werden.
    Ein wundervoller Schmöker für anspruchsvolle Leser mit Hang zum Ungewöhnlichen.

    • Ursprünglich habe ich dieses Buch meinem Vater zum Geburtstag geschenkt, der ein geübter Vielleser ist. Leider habe ich damit seinen Geschmack überhaupt nicht getroffen.
      Ich bin allerdings recht zuversichtlich, dass es mir sehr gut gefallen wird, habe ja noch einige Seiten vor mir 😉

  2. Mein Buchhändler wird sich freuen! Das dritte Buch, das ich in dieser Woche bei ihm bestelle. Weiter so, her mit so interessanten Titeln.
    Das ist übrigens ein Genre, das ich sehr gerne lese.

  3. Ist bestellt – gibt es gebunden, als Taschenbuch und als Geschenkausgabe mit Leineneinband! Wenn es mir gefällt, habe ich ja wieder ein Geschenk gefunden. Die „Großen“ bekommen zu Weihnachten nämlich Bücher, verpackt in einem kleinen selbst genähten Beutel.

  4. Hach, den Roman von Murakami habe ich auch noch nicht gelesen. Dabei steht „Kafka“ in seinem Titel – und Kafka und ich! 🙂 Dafür gehörten Murakamis wundersame Geschichten im Band „Blinde Weide, schlafende Frau“ zu meinen vergangenen Lesefreuden, seltsam betörend…

    Wünsche Dir Lektürefreude vom Feinsten!

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