Verknöpft

Saatkrähenhafte blondzüngige Knöpfe tuscheln am Rand des Abgrunds, verknöpft und zerteilt betrachten sie aus Anstand das Wohl des Perlenviehs. Gestern noch erfand die alte Margret kleinlaut wiehernd kalte Rosen, die auf niemanden warten. „Zu spät“, raunte der Nasenbär. Schließlich nahmen sie die Verfolgung auf, erspähten, rochen die blutige Fährte, die zum Bahnhof führte. Nebelleicht verschwand das Elend im Abfluss, vorsichtig, damit es die Rinne nicht mitverstopfte. Keckernd schemt haftig das Wahre, schämt sich nicht. Wenn vielleicht morgen das Morgen kommt, wo bleibt das Gestern heute? Dann knieten sie sich hin, vergruben die Stirn im Dreck und hielten so mehrere Autos auf, die sie an der Durchfahrt hinderten.

~ * ~

Entstanden in der Suppenküche nach Inspiration durch die Mützenfalterin bzw. ihr automatisches Schreiben.

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14 Kommentare zu “Verknöpft

    • Tja, die Definition ist halt so eine Sache. Man müsste ja eigentlich einen Schmierzettel veröffentlichen. So habe ich ja doch (irgendwie) auf Satzzeichen, Groß- und Kleinschreibung geachtet.

  1. Das automatische Schreiben bewundere ich total. Dazu muss man die Kontrollinstanz im Oberstübchen ausschalten, was mir sehr, sehr schwer fällt. Dein Text ist ein besonders schönes, eigenwilliges Ergebnis!

  2. Pingback: Automatik | Quilt-Traum

    • Huiuiuiui, Emil, ob das giltet, vermag ich nicht zu beurteilen.
      Ich habe es ja selber zum ersten Mal ausprobiert.

      Aber ich freue mich, wenn es Dir Spaß gemacht hat, Dich sprachlich treiben zu lassen 🙂

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