Willst Du mit mir gehen?

In meiner Jugend sagte man das noch so. Da wurde verschwörerisch getuschelt: „Die gehen jetzt miteinander.“

Diese Form der Verbindung endete entweder noch am gleichen Nachmittag oder spätestens nach ein paar Wochen.

Sagt man das heute eigentlich noch?

Eine schöne Bezeichnung für eine Liebesbeziehung, wie ich finde. Zusammen gehen, nebeneinander, manchmal trennen sich die Wege, man trifft wieder aufeinander, manchmal geht einer voraus, manchmal stützt der eine den anderen beim Gehen, dazwischen ruht man aus und geht wieder ein Stückchen zusammen weiter…

Es wäre doch viel sinnvoller, einem anderen Menschen nicht das Versprechen „abzuringen“, dass er sich verpflichtet, den ganzen Weg mit einem zu gehen, sondern aus freien Stücken den Weg mit einem gehen will, wie weit auch immer…

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20 Kommentare zu “Willst Du mit mir gehen?

  1. Dafür gibt es heute Apps, welche die Halbwertszeit anhand der Namen kalkulieren. Und das Miteinandergehen verliert ein wenig an Reiz, wenn man sich ständig SMS schickt, physische Nähe ist eigentlich überflüssig. Wahre Geschichte: Ein Pärchen sitzt an einem Brunnen und beide machen Handyfotos von sich selbst, die sie sich dann gegenseitig schicken. Grosses Gekicher, aber wirklich ins Gesicht sehen sie sich dabei auch nicht. Also lieber 39 Cent blechen als einfach mal den Kopf zu drehen. Wenn mal ein grosser Netzausfall kommt, wird es ein noch grösseres Heulen und Zähneknirschen geben…

  2. Diese Zettelchen sind immer noch aktuell, wie mir die Kinder erzählen, gerade bei Grundschülern sind sie beliebt.

    Willst du mit mir gehen ? – ja, die Frage möchte ich auch gerne nochmal gestellt bekommen, es sit so schön, wenn man auf dem Weg des Lebens nicht alleine gehen muß, wenn man immer wieder einen Begleiter, wenn auch nur für begrenzte Strecken hat.

    Es passt zu meinem Thema:
    http://sweetkoffie.wordpress.com/2011/08/29/fur-yuppidu/

    Alles Liebe und einen Menschen, der mit dir gehen will.
    Sweetkoffie

  3. Kennst du das schon?

    „Willst du mit mir gehn?“ – „Ne, bin mit dem Fahrrad da.“ oder „Wohin?“ xD

    Ich denke, dass man das heute etwas umformuliert und witzigerweise gibt es manche Jugendliche, bei denen solch ne Frage nicht zu einer Beziehung führt, sondern einfach ein Kuss und ungefähr 3 Tage später kommt der eine von beiden drauf zu fragen, um sicher zu stellen: „Sind wir denn jetzt zusammen?“.^^‘

  4. Nach einigem Hin- und Her Geplänkel hat mich meine Freundin tatsächlich gefragt, ob ich mit ihr gehen will. Ich fand das damals so süß, wie hätte ich da nein sagen können? 🙂
    War auch schriftlich, nur ohne die Möglichkeit anzukreuzen. Und morgens wurde ich dann begrüßt mit den Worten „meine offizielle Freundin“ 😉
    Da ist doch alles geklärt und man weiß Bescheid. Ich würde überall mit ihr hin gehen.

    Aber was heute scherzhaft gemeint ist, war in der Jugend natürlich todernst. Ich erinnere mich an folgende Situation:
    „Magst mit mir gehen?“
    „Ja, ok.“
    „Na gut, dann bis morgen.“

    • Das finde ich sehr schön, dass Deine Freundin Dich auf diese Weise gefragt hat, es hat ja doch einen gewissen „offiziellen“ Charakter 🙂

      „Na gut, dann bis morgen.“ 😀

  5. Die Gedankenverbindung vom kindlichen „willst du mit mir gehen“ zu „den Weg gemeinsam gehen“ finde ich sehr schön. Ich glaube allerdings, es ist ein wenig eine Utopie, dass es Beziehungen zwischen Menschen, und schon gar nicht Liebesbeziehungen, ohne eine gewisse Art der Verpflichtung gibt. Irgendwo entsteht immer eine Verpflichtung, oder ein gegenseitiger Anspruch. Das quid pro quo eben.

      • Ja, klingt wesentlich besser. Aber trotzdem ist irgendwo auch immer ein Versprechen beinhaltet. Abringen und erzwingen kann man das allerdings nicht. Ich glaube nicht, dass es Liebesbeziehungen gibt, die nicht, für wie lange auch immer das dann in der Realität hält, von der Utopie des „für immer“ getragen sind.

  6. Hallo zusammen,

    es ist doch vollkommen gleich, welche Art von Kommunikationsmitteln wir nutzen. Im Grunde zählen die wahren Absichten, die sich hinter diesen Zettelchen, E-Mails, SMS und auf andere Arten mitgeteilte „Offenbarungen“ verbergen. Die in schlummernden Emotionen und Gefühle regen die Fantasie und die KreaDivität jedes einzelnen von uns an. So kommt es eben vor, dass auch wenig sagende Varianten, wie „vielleicht“ mit in das Portfolio aufgenommen werden. Danke für den schönen Gedanken! Es hat sich gelohnt hier vorbei zu kommen.

    Alles Gute
    Lexauer

  7. In der Schule gab es das „Miteinandergehen“, unverbindlich. Später war man in einer Beziehung, unversehends in der Ehe. Die Ehe hatte etwas vertraut beruhigendes, was die Unsicherheit des Miteinandergehens in ein vertretbares Maß an Sicherheit ruderte. Alles zu seiner Zeit.

  8. ich bin auch mal 2 monate mit jemandem gegangen (: ja das waren noch zeiten. gute frage ob das heute auhc noch so ist. ich nehm es fast an, schließlich war das zur zeit meiner eltern auch schon so…
    danke übrigens fürs abo (:

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