Alte Werte vs. neue Werte

Alte Werte vs. neue Werte:

Rücksicht – Zur Schau stellen

Zurückhaltung – Coolness, Provokation

Kennenlernen –  Anmache

Begehren – Dauergeilheit

Warmherzigkeit – Coolness

Privatleben – Klicks

Respekt – Egozentrik

Liege ich komplett falsch? Oder hätte jemand vielleicht noch Ergänzungen?

~ * ~

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14 Kommentare zu “Alte Werte vs. neue Werte

  1. Oh, das kommt mir wie gerufen für meine Moderation der Gruppe „Wort-des-Tages“…und wenn da noch andere Beispiele kommen, werde ich Dir diese übermitteln…
    Gruß von Sonja

  2. Himmel, du bist ja misanthropischer als ich….;-))
    Gehe ich als recht in der Annahme, dass aus Deiner Sicht die links benannten Werte allesamt ins genaue Gegenteil verkehrt haben, sozusagen? Würde ja bedeuten, dass früher alles besser war, oder? Die Frage wäre natürlich, was bzw „wann“ ALT war….1960? 1980? Als wir jung waren? Gerade letzte Frage ist ja wichtig, weil es eine Antwort gäbe, ob es eine Ansicht über eine Generation ist. Denn schaue ich mir die rechte Spalte an, so denke ich automatisch an Leute, die jünger sind als ich. Weiß aber im selben Moment, dass du, abgesehen von den Klicks, meinen Eltern die gleiche Auflistung hättest vorsetzen können und die hätten ihrerseits genauso reagiert und die damals „jungen Leute“ der Rechtsspalterei bezichtigt….

    • Es sollte einfach als Diskussionsgrundlage dienen. Und ja, Du hast natürlich Recht, „es gibt nichts Neues unter der Sonne“.
      Diese Problematik gab es schon immer zwischen den Generationen.
      Ich finde einfach, dass es auch gesund ist, sich an „alte Werte“ zu halten – wie der respektvolle Umgang miteinander. Ich möchte meine Freunde nicht outsourcen und ich mache auch nicht alles dafür, dass ich möglichst viele Klicks bekomme.

  3. Hm. Wieso taucht coolness zweimal auf der rechten (richtungsmäßig) Seite auf? Und wieso ist die rechte Seite nicht die rechte (richtige) Seite?

    grübelnd – Der Emil

    • Ich habe wohl zu schnell herumgewurschtelt, lieber Emil. Das ist auch keine Tugend 😉 Es sollten ja nur ein paar Beispiele sein.

      Ob die rechte oder linke Seite richtig ist, kann jede(r) für sich selbst entscheiden 🙂

  4. Hm, ich glaube problematisch könnte werden, dass sich diese Scheinheiligkeit ergibt. Wohl niemand würde sich rechts einordnen freiwillig, ich wette fast jeder wird wie selbstverständlich sagen, dass er/sie ein vertreter der linken Spalte ist. Womit wir dann beim klaren Problem wären: wenn in unserem Boot alle links sitzen, warum saufen wir dennoch ab und die rechte Seite zeigt stolz und stark gen Sonne?;-)
    Meine Antwort dazu habe ich ja gestern erst gegeben: ich glaube wir bilden uns alle nur ein links zu sitzen, dabei haben wir auch sehr viel von der rechten Spalte, nur wollen wir das natürlich weder sehen geschweige denn zugeben.

  5. Es ist schon ein seltsam Ding um die „Werte“ und den „Werteverfall“, letzterer wird vermute ich mal mindestens zeitgleich mit ersteren entstanden sein. Doch wer bestimmt eigentlich, was ein Wert ist, und was ein Unwert? Und wo von Werten gesprochen wird sind auch die ewigen Werte nicht weit, sind gleichsam schon eingebaut in den Begriff. „Wert“ behauptet irgendwie allgemeingültig zu sein, auf einer objektiven Ebene über richtig und falsch zu entscheiden. Aber wer entscheidet.

    Der Emil hat es ja schon sehr gut auf den Punkt gebracht, wer entscheidet, was auf welcher Seite Deiner Gegenüberstellung zu stehen hat, Du, ich, Der Emil, Wittgensteins Neffe? Irgendeine übergeordnete Instanz? Mit welchem Recht?

    Rücksicht, das klingt gut. Bis man anfängt zu fragen! Als Kind musste ich Rücksicht nehmen auf das mittägliche Schlafbedürfnis meines Vaters, auf das Ruhebedürfnis der Hausbewohner…Rücksicht auf mein kindliches Bewegungsbedürfnis auf mein Lärm- und Sing- und Schreibedürfnis musste dagegen niemand nehmen. …Und wenn ich meine Freundin beschlafen möchte, die aber nicht beschlafen werden möchte, wer muss dann Rücksicht auf wessen Bedürfnis nehmen? Und ist die Beziehung nicht im Arsch wenn wir auf einen Begriff wie Rücksicht darin anwenden müssen.

    Und ist Rücksicht und Zurschaustellung eigentlich ein Gegensatzpaar? Was wenn die Zurschaustellung gerade Rücksicht auf meine Schaulust nimmt? Ist Begierde ein Wert? Ich dachte ja sie ist ein Gefühl. „Ich begehre dich“ hieß Jahrhunderte ich will dich ficken“ Für die Bibel war begehren unmoralisch: Du sollst nicht begehren deines Nächsten… Wenn die Polizei Einlass in deine Wohnung begehrt, ist das keine freundliche Anfrage…

  6. Sehr richtig Herr Bürgermeister. Wie ich in meinem eigenen Blog ja ganz gerne bis zum Erbrechen predige: es gibt kein Gut und Böse und das schwierige an unserer Gesellschaft ist, dass es wie Tauziehen funktioniert, wie ich erst am Beispiel der Freiheit unfassbar pedantisch nachzuweisen versucht habe;-)

  7. Oh liebe kreadiv, eine kleine Nachdenkaufgabe zum Wochenende … so mal ganz allgemein gesprochen: Ich weiß gar nicht so sehr, ob sich die Werte, die Menschen als gut und richtig empfinden, wirklich so sehr geändert haben. Vielleicht ist einfach die Orientierungslosigkeit gestiegen.

      • schulterzuck… lieber Emil. Das war die Frage, die ich mir gestellt habe.
        Wir haben uns über Jahrzehnte befreit, von religiös verordnetem Einheitsbrei ebenso wie von konservativem Quatsch mit Soße, die uns gesagt haben, wie wir uns wann und in welcher Situation zu verhalten haben. Das war auch gut und nötig. Nur, wenn es kein gesellschaftliche Handlungsanweisungen mehr gibt, muss jeder selbst entscheiden, welche Handlung im Sinne der eigenen Werte gut und richtig ist … und noch viel schwerer, diese Handlungsnormen und -regeln seinen Kindern beibringen. Wir haben bisher nur die einengenden Vorschriften abgeschafft, es aber nicht geschafft, die Kompetenz der eigenen Verantwortlichkeit gleichermaßen auszubilden.

      • Deine Antwort hier hab ich mir mal als Denkanstoß in eine HTML-Datei gepackt – kann sein, daß ich die zitiere und als Aufhänger für einen schönen Text in nächster Zeit benutze.

  8. Dem ist dfinitiv nichts hinzuzufügen, in meinem meiner eigene ausufernden Monologe habe ich jünst ebenfalls just darüber sinniert, wir sind so aufgeklärt und haben so viel Gedankenmüll aus unseren Leben vertrieben, uns so emanzipiert und von diversen Jocs befreit – dass wir jetzt etwas arglos und verdutzt stehen. Wie sagt ein geschwungenes Wort noch? Achja – weg ist keine Richtung.

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