Wahrheit

Meine Wahrheit unterscheidet sich von deiner Wahrheit.

Deine Wahrheit schmerzt mich

und ich füge dir Schmerzen mit meiner zu.

Wenn es verletzt, ist es keine Liebe, heißt es.

Ich möchte dir nicht wehtun

und ich möchte auch nicht, dass du mir weh tust.

Ich habe dir meine Wahrheit ins Gesicht geschrien,

weil ich verzweifelt bin und das Gefühl habe,

nicht gehört zu werden.

Dafür möchte ich um Verzeihung bitten.

Im Namen der Liebe lasse ich deine Wahrheit bei dir

und meine bei mir.

Ich möchte dich mit dem Herzen sehen,

doch manchmal versperren mir

hässliche Bilder die Sicht.

.

Von ganzem Herzen wünsche ich mir,

– wenn auch du es willst –

dass wir diese Hürde überwinden

und danach auf einer sonnigen Wiese ausruhen.

 

~ * ~

 

 

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“  (Der Kleine Prinz, Antoine de Saint- Exupéry… oft zitiert, aber einfach und wahr)

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8 Kommentare zu “Wahrheit

  1. Von mir aus rüberkommend, um mich auch bei dir mal umzusehen, springt mir direkt als erstes eine solche Wahrheit ins Gesicht und auch wenn ich nie in der Lage wäre, Dinge in so schön klingenden (und vor allem so wenigen) Worten zu verpacken, könnten diese Gedanken direkt aus meinem Kopf und noch eher aus meinem Herzen stammen, so vertraut ist mir das Gefühl dahinter und so wunderbar kannst du es in Worte hüllen.

    Herzliche Grüße – ich ahne, dass das nicht mein einziger Besuch hier wird!
    Katja

  2. Liebe Andrea,
    das hast du sehr schön beschrieben. Wir sehen immer nur unsere Sicht und es ist schwer, von sich selbst Abstand zu nehmen, zu trennen, was eigene Interpretation, eigene Erfahrungen, Ängste, Wünsche, Sehnsüchte sind und was beim anderen ist. Viel zu oft verheddern wir uns, weil wir nicht merken, dass wir unsere Wahrheit für wahr halten. Dabei ist sie nur für uns wahr. Unsere Gegenüber hat eine eigene Wahrheit. Die entspricht den Erfahrungen, Ängsten, Wünschen, Sehnsüchten unseres Gegenübers.
    Habe auch mal was zu diesem Thema geschrieben, wenn du magst: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2010/09/24/mit-dem-herzen-horen/
    LG mayarosa

    • Liebe Mayarosa,
      danke für’s Lesen und Dein Feedback. Ich freue mich, dass meine Gedanken auch für andere nachvollziehbar sind und nicht nur für mich selber.
      Ja, in der Theorie wissen wir soviel darüber, wie wir erfolgreich bzw. mitfühlend kommunizieren können. Ich habe mal ein irgendwo gelesen, dass das Verständnis für den anderen da aufhört, wo der eigene Schmerz beginnt – und dann hören wir nicht mehr, was der andere sagt, sondern gehen wohl nur noch in Resonanz zu dem Schmerz, der in uns ist.
      Wenn beide erkennen, dass die Kommunikation zu Missverständnissen führt und sie sich von Herzen bemühen, wieder aufeinander zuzugehen, kann sie auch wieder gelingen, denke ich.
      Herzliche Grüße
      Andrea

  3. „Ich habe mal irgendwo gelesen, dass das Verständnis für den anderen da aufhört, wo der eigene Schmerz beginnt“ – ja, das klingt logisch. Und es ist ein Hinweis darauf, dass es unsere Aufgabe ist, zunächst einmal uns selbst lieben zu lernen (ich sage „zu lernen“ weil es meiner Erfahrung entspricht, dass die wenigsten Menschen sich selbst wirklich lieb haben). Viele Schmerzen fügen wir uns selber zu, indem wir uns nicht so akzeptieren, wie wir sind.

  4. Pingback: Lieben und lieben lassen « Mayarosasweblog

  5. Liebe Kreadiv,
    aufmerksam geworden durch Mayarosa bin ich hier bei Dir gelandet.
    Deine Worte berühren mich, ich kann sie nachempfinden.
    Nun trage ich heute das Bild vom Ausruhen in der Sonne im Kopf.

    Schönes Wochenende wünscht
    Sweetkoffie

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