The only way is up?

Als ich gestern Nachmittag bei der Kinderärztin im Wartezimmer saß, las ich einen nicht mehr ganz druckfrischen Artikel im Magazin „NEON“. Der „Witz“ dabei war noch, dass mich kurz vorher erst ein Freund gefragt hatte, ob ich denn auch manchmal einen Rock tragen würde, er hätte mich bisher nur in Hosen gesehen (was übrigens nicht stimmt).

In diesem Artikel war zu lesen, dass viele japanische Männer sich einen Sport daraus machen, immer und überall Mädchen und Frauen heimlich mit dem Handy unter den Rock zu fotografieren, sobald sich eine Gelegenheit dazu ergibt.

Auf Deutsch nennt sich das dann „Up-Skirten„. Zu diesen Fotos gibt es vielerlei Foren – natürlich nicht nur in Japan, sondern weltweit.

Hier sogar eine Anleitung, wie man solche Fotos vermeiden kann.

Habe ich schon erwähnt, dass die japanischen Frauen diese „Schnappschüsse“ ganz und gar nicht witzig finden?


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14 Kommentare zu “The only way is up?

  1. Das soll jetzt keine Verteidigung sein, aber die Japanischen Männer sind nicht wirklich schlimmer als die im Rest der Welt und umgekehrt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um die berühmt-berüchtigten Schulmädchen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schuluniformen_in_Japan

    Über die „kranke“ Sexualität der Japaner bzw. unser Zerrbild davon möchte ich mich jetzt nicht weiter auslassen. Fakt ist, dass diese Schemabeute in Japan zahlreich vorhanden ist und sich seine Beinkleider nicht aussuchen kann, auch Fotohandys waren dort schon viel früher verbreitet. Upskirt als Volkssport ist also auch ein statistisches Problem. Achtung, jetzt wird’s komplett kontrovers: Ich habe wenig Mitleid mit den westlichen Frauen, die mit ihrem Outfit absichtlich sexuelle Stereotypen bedienen und sich dann beschweren, wenn sie in irgendeiner Form belästigt werden. Falsche Signale erzeugen falsche Reaktionen, ganz logisch. Das viele Männer nicht nur einfältig sind, sondern auch bzw. einfach Arschlöcher, ist eine andere Geschichte…

  2. Manche Männer kommen einfach über das Pubertärverhalten einfach nicht hinaus. Nunja,manche schließen sich auch heimlich auf der Damentoilette ein, um dann die Kabinennachbarin zu belauschen/Fotos zu machen. Verdreht, aber existent.
    @Twix: Kontrovers? Nein, eher ermüdend, denn Dein vorgebrachtes Argument ist so ausgelutscht, dass man es nur ausspucken möchte. Selbst wenn ich nackt durch die Stadt liefe, wäre das KEIN Aufforderungsgrund mich sexuell zu belästigen. Provokant, auf jeden Fall! Aber kein Grund zur Belästigung! Jeder soll mal schön im eigenen Gärtchen rechen und nicht meckern, wenn beim Nachbarn die Äpfel so prall in Szene gesetzt sind und das Holz vor der Hütte so unaufgeräumt da herum liegt.
    Immer schön die Füßchen, Hände still halten!

    • Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie sagen:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Provokation

      Das ist des Pudels Kern, es gibt auch eine visuelle Semantik. Eine unbewusste Provokation über Kleidung im eigenen Kulturkreis bedeutet, dass man dessen Signalsprache nicht kann, man ist sozial des-integriert. Provoziert man bewusst, ist man dissozial. Was in einem künsterischen Kontext seine Existenzberechtigung hat, da muss man mit Zitaten rechnen. Wenn Lieschen Müller den Porno-Chic praktiziert, muss es damit rechnen, dass man diesen für bare Münze nimmt. Oder auf eine einsame Insel ziehen. Aber da ist jegliche Mode überflüssig, da beisst sich die Mieze in den Schwanz… mal im Ernst, ich kann mich beim Anblick dieser wandelnden Fleischtheken beherrschen, aber das ist ganz schön anstrengend, ständig seine (konditionierten) Reflexe zu unterdrücken. Also wer belästigt hier wen? Hilfe , Sittenpolizei! Ich leg mir jetzt eine Trillerpfeife zu und stecke jeder Strassenstripperin einen Strafzettel ins Höschen, die Gebühr spende ich ohne Abzüge dem nächste Frauenhaus…

      • Fein gemacht, aber lass das Schwanzwedeln…
        Ich denke, dass wir alle, gerade in der westlichen Gesellschaft, zum Weggucken erzogen worden sind: Also auch hier. Weggucken hilft, Gedanken und Zügel im Zaum zu halten. Und wer auf den Porno-Chick-Style steht, dem sei auch das männliche Pendant verziehen. Dennoch: ein nackter Frauenkörper reizt weit mehr als ein männlicher, wo arm und einsam was herab baumelt. Und die Sittenpolizei ist meist unterwegs, wenn wieder Flitzer durch die Fußgänger-Zone ohne Höschen wandeln. Vielleicht solltest Du dann eher in kältere Gefilde ziehen, da lösen die Temperaturen um den Gefrierpunkt so manches härtere Problem und halten die hochlodernden Gefühlsaufwallungen konstant um den Nullpunkt herum.

      • Liebe Mieze,
        das ist ein ewiges Thema, damals sehr unter die Haut gehend in Szene gesetzt in „Angeklagt“ mit Jodie Foster.
        Selbstverständlich hat niemand das Recht, eine andere Person anzufassen, wenn diese das nicht will… auch wenn sie splitternackt herumläuft!
        Dennoch muss man solche Situationen (als Frau) ja nicht unbedingt provozieren.

  3. Stimmt, inzwischen fürchte ich besonders die warmen Jahresabschnitte, die kommen mir vor wie ein Musikvideo von „Lady“ Gaga und anderer goldener Modekälber, um die jung und alt veitstanzen. Die ganze Welt ist eine Bühne, Mode wird zum Mimikry, es gibt nur noch eine Jahreszeit, nämlich die Fünfte. (Vermeintlicher) Sexappeal ist zum hohlen Statussymbol degeneriert, Kleidung auf die Funktion der Attraktion reduziert, ihre sozialen Codes kann keiner mehr lesen. Beispiel Tracht: Den archtypischen Bollenhut der Schwarzwaldmädel kennt jeder. Welche Farbe haben die Bollen? Falsch, die gibt es auch in Schwarz, da signalisieren sie „Ich bin vergeben“. Rot hingegen heisst „Ich bin noch zu haben“. Bei der Trendkostümierung Dirndl gibt es noch mehr Codes:

    http://www.dirndl-dirndl.de/auf-welche-seite-gehort-die-dirndlschleife/

    Da wusste Mann genau, woran er ist, bei Fehl- bzw. Übergriffen gab’s keine faulen Ausreden, sondern saftige Ohrfeigen im Dutzend billiger. Apropos billig, der heute so beliebte bzw. inflationäre Bitch-Look hingegen basiert auf horizontaler Berufskleidung, allerdings ohne das unsichtbare Preisschild. Frau reduziert sich so selbst zur Ware. Und weil was nichts kostet auch nichts taugt, geht Mann jeglicher Respekt vor ihr flöten. Dann aber auf das Recht der Unantastbarkeit zu beharren ist gelinde ausgedrückt idiotisch. Was soll jetzt überhaupt gelten? „Don’t like, don’t look!“ oder „Look, but don’t touch!“? Beides sind auch nur Totschlagargumente der geistig Trägen. Der Vorschlag, den Breitengrad zu wechseln, ist übrigens auch geistiger Gouda, lockere Sitten und Dresscodes haben herzlich wenig mit der Höhe der Durchschnittstemperatur zu tun, ganz im Gegenteil. Wie schön und angenehm war doch z.B. der Anblick der Thai-Frauen, wenn sie denn nicht schon die westlichen Touristinnen nachgeäfft haben, die zwar des lieben Geldes wegen geduldet, aber nicht respektiert werden. Dass die dortige Alltagskleidung eher hochgeschlossen ist, hat auch noch einen ganz praktischen Grund, dei Thais stehen einfach nicht auf Sonnenbrand… zum Thema Signalwirkung nackter Tatsachen habe ich übrigens einen eigenen Blog, relevant ist aber nur der 1. Absatz:

    http://twixraider.wordpress.com/2011/02/02/crash-protest-dummies/

    • Pure Provokation… jetzt sei kein Mädchen, nimm die Fäuste hoch und boxe, boxe, boxe! Ach ja, gerade die Nordländer lassen es an Sittsamkeit mangeln. In jedem Reiseführer steht klar und deutlich, dass in Thailand ein bestimmter Dresscode gilt und dass auch am Strand maxi- bzw. minimal Bikinis geduldet sind, was auch auf den vielen Hinweisschildern (manchmal mehrsprachig, aber immer auf Englisch!) steht. Trotzdem hat an meinem Hausstrand so ein dummdreistes Knäckebrot ihre Dutteln brutzeln lassen. Ihr Glück, dass sie das nicht an einem der seperaten Muslim-Strände probiert hat, die Talithai hätten sie kopfüber im Sand verbuddelt, da wird nicht lange gefackelt… und ich hätte weggekuckt!

      • Warum sollte ich boxen? Das ermüdet mich. Ich find es eher, nach einem Tag Ruhe und einem nochmaligen Durchlesen, eher ermüdend, dass ich mich darauf überhaupt erst eingelassen habe. Denn, wie ich feststellen musste, wird mir das hier zu reaktionär. Wenn Du Dich an westlich orientieren Frauen störst, die mit wenig Hirn, dafür mit einer Menge Silikon ihr Geld verdienen, um dann empört aufzukreischen, wenn ihnen jemand an den Hintern greift, kann ich Dich verstehen. Das stört mich auch. Mir geht es um die Übergriffe, die sexuell konnotiert sind: Wenn ich, knapper als sonst angezogen bin, will ich nicht begrapscht werden. Mir ging es um die Übergriffigkeit, die Andrea in ihrem Blog geschildert hat. Dass manche Männer eben nur handeln und in den Individualkreis der Frau einbrechen. Ich würde ausrasten, wenn ich einen Rock trüge und mir ein Mann darunter langte, um ein Foto zu machen. Denn hier geht es ja um das Versteckte, das Geheime, das nicht offen zur Schau getragen wird. Ich will in meiner Person ernstgenommen werden und nicht von Männern/Jungs degradiert werden zu einem Lustobjekt. Das möchte ich selbst entscheiden dürfen. Ebenso wie das auch Männern zugestanden werden muss.

        Noch etwas: Wenn andere Menschen nicht auf die Dresscodes andere Länder eingehen, dann haben sich diese Menschen nicht mit den einheimischen Gepflogenheiten auseinandergesetzt, was ich auch sehr entsetzlich finde. Mit dem Wechsel in kältere Klimazonen meinte ich, dass man dann die typische Westfrau (mit allem, was Du Dir darunter vorstellen magst) vielleicht nur bedingt im Porno-Chick trifft.

  4. Schäm dich, die Ägypter sind nach 30 Jahren Mubarak auch müde, streiten aber jetzt erst recht und munter weiter für Recht und Freiheit. Wer sich nicht wehrt, bleibt immer Opfa, das gilt für Frauen und echte Minderheiten, das gilt für alle. Und selbst wenn eine höhere Instanz existiert (in diesem Falle wäre das Kreadiv, die weiter oben schon moderat eingegriffen hat), muss man diese auch überzeugen. Selbst geschriebene Gesetze (in Artikel 1 des GG steht kein Sterbenswörtchen von Miniröcken) wollen durchgesetzt sein, Recht ist eine Sache der Interpretation. Ja, ganz schön unfair. Ich bastle gerade an einem Blog zum Thema „Schlüsselreiz und Sühne“, das den Rahmen und den Kontext der Kommentare hier sprengen würde…

    • Willst Du Dich nun mit Mubarak vergleichen? Das hinkt nun gewaltig. Ich habe wirklich keine Lust mit Dir eine Gender-Diskussion zu führen, das ist mir zu müßig, da können sich andere Damen berufen fühlen. Darüber wird nie Konsens herrschen, wenn man in den Kategorien Mann vs. Frau denkt. Ich versuche (!) mich für den Menschen an sich einzusetzen, wenn jener ungerecht behandelt wird. Auch finde ich Verallgemeinerungen, zu denen ich mitunter auch bewusst, unbewusst greife, eher problematisch, da die meisten Probleme doch individueller gehalten sind. Aber aus dieser beginnenden Diskussion möchte ich mich wirklich zurück ziehen und überlasse Dir damit das weite Feld von Schlüsselreizen und dass die Frauen doch alle selber schuld sind (ja, auch hier, eine Verallgemeinerung; ich schrieb ja, dass ich auch nicht ohne kann).

  5. Mubarak vielleicht nicht, aber ich wurde schon als biblische Plage des Internets bezeichnet. Das Problem sind auch nicht die Geschlechter oder die Masse, sondern der Individualismus, Recht und Freiheit wird nicht mehr als Allgemeingut wahrgenommen. Mein Blog liegt jetzt eh eine Weile auf Eis, ich habe da einen Deal mit einer Gottheit, die mich sonst mit einem Blitz erschlägt… auch Plagen sind nicht unkaputtbar! 😀

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