Ich bin ein Dinosaurier

Das war jedenfalls die Aussage der Schulpsychologin, der ich vor ca. einem Jahr gegenüber saß. Es ging um die Lese-Rechtschreib-Schwäche (?) meines Jüngsten. Sie fragte mich, wie das denn sei, wenn mein Sohn nach der Schule nach Hause käme, ob ich dann zu Hause sei, ob es etwas zu essen gäbe und ob ich auch bei den Hausaufgaben anwesend sei.

Als ich all diese Fragen bejahte, meinte sie, ich würde zu einer aussterbenden Gattung gehören. In ihrer täglichen Praxis würde sie so jemanden wie mich nur äußerst selten treffen.

Heute ist mein Jüngster krank und konnte nicht zur Schule gehen, weil er etwas Fieber und Bauchweh hat. Kein Problem! Meine Einkaufspläne (Last-Minute-Weihnachtsbesorgungen… bin ja selber schuld 😉 )  muss ich auf etwas später verschieben. Dafür koche ich meinem Sohnemann Tee und Suppe.

Ah und bevor ich es vergesse… heute nachmittag werde ich wahrscheinlich Kokosmakronen backen, weil ich Lust dazu habe ;-)!

 

Soeben eingetroffen: Die Klassenhausaufgabenmappe für kranke Mitschüler (von mir mal wieder meisterhaft fotografiert 😀 )

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5 Kommentare zu “Ich bin ein Dinosaurier

  1. Liebe Kreadive,

    oft sehne ich mich nach so einem Dinosaurierleben, wenn ich mich mal wieder zwischen Job und Muttersein aufreibe, dabei das Gefühl habe, nichts richtig zu machen vor lauter oberflächlichem Gezappe. Das einzige Problem am fossilen Leben ist jedoch, die Gehirnwüste. Bitte nimm‘ mir den Ausdruck nicht übel. So habe ich es zumindest – war seelisch überfordert von der geistigen Unterforderung.
    Theoretisch ist es eine sehr sehr schöne und erfüllende Sache. Praktisch…
    Lieben Gruß, Karla

  2. Schmarrn, das ist beileibe nicht auf Alleinerziehende und Doppelverdiener beschränkt. Auch in traditionellen Familien und solchen mit „Tagesfreizeit“ gibt es Vernachlässigung bis Verwahrlosung, bei letzteren sind auch nicht unbedingt Alkohol und andere Drogen die Ursache. Viele Eltern sind schlichtweg zu dämlich für Kinder, da fehlt es schon an den Basics. Eine lumpige Milchschnitte als Frühstück (sehr beliebt) lasse ich noch als Faulheit durchgehen, aber falsche Kleidung geht gar nicht. Soll heissen, die lieben Kleinen werden mitten im tiefsten Winter in luftiger Sommerkleidung im Kiga abgeliefert (wahre Geschichte und kein Einzefall!). Abgesehen davon, dass sie sich ggf. schon auf dem Weg vom Auto ein zünftige Erkältung holen können, es gibt fast täglich Aussenaktivitäten. Achtung, jetzt kommt’s: Viele dieser Rabeneltern sind sich des Tagesablaufs im Kiga sogar bewusst, können aber die Gleichung „Kind + Draussen + Winter = ?“ nicht nach „Warme Kleidung“ auflösen! Und das ist nur die Spitze des Scheissbergs, die häusliche Hege ist keinen Deut besser. Fallbeispiel: Nach Ernährung und Tagesstruktur befragt antwortete eine junge Mutter, ihre vierjährige Tochter bekäme ihr Abendessen, wenn diese die Spätausgabe von Spongebob kuckt. Genauer gesagt, kalte Wienerle um 21 Uhr, jeden Tag. Warum die Erzieherin nach dieser Ausführung reichlich blass wurde, hat sie nicht verstanden. Ein Fall für’s Jugendamt? Tja, das greift immer erst 5 NACH 12 ein…

  3. Ich finde es sehr schön, dass Du so ein Dinosaurier-Weibchen bist. Bleib so, Deine Kinder werden es Dir danken.
    Die Erzieher und Lehrer sowieso.
    Du legst jetzt den Grundstein für einen gesunden, verständigen Menschen. Toll!

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